Entwicklung und Betrachtung

Weil unsere Einbildungskraft gross ist, ist das Praktizieren spiritueller Disziplinen nicht ohne Risiko. Das macht für jeden eine authentische spirituelle Begleitung unentbehrlich. Sobald ihnen deutlich ist, dass sie Hilfe benötigen erhebt sich die Frage, wie sie den richtigen Begleiter finden.

Ein für sie geeigneter Begleiter soll nicht nur ganz genau wissen, welche Energien mit den spirituellen Praktiken fließen, sondern er muss auch die Fähigkeiten des Ratsuchenden beurteilen können, damit er weiß, welche Praktiken für sie geeignet sind und welche nicht. Alleine können wir die Wirkungen der Energien nicht abschätzen. Es kann dazu führen, dass man von einer Methode, von einer meditativen und imaginativen Praktik  zur anderen springt und eigentlich nirgendwo einen Entwicklungsschritt weitermacht.

Es gibt immer wieder neue spirituelle Muster, innere Landkarten und Möglichkeiten, die uns anziehen. Dennoch führt ein langes Üben einer Technik nicht automatisch zu spirituellem Wachsen. Auch hierbei gibt es Irrwege und Stagnationen, die nur mit einem erfahrenen Begleiter überwunden werden. So wie die ganze Evolution weiter macht, sich bewegt, dürfen auch  spirituelle Traditionen den Weg ihrer Entwicklung nicht verlieren. Ansonsten werden sie zu einem Regelwerk von Macht, wo es mehr darum geht, die Strukturen einer Religion zu verfestigen, als sie der Entwicklung anzupassen.

Wenn sie sich jetzt ein Bild davon machen können, was ihr Begleiter können muss, wissen sie aber immer noch nicht, wo sie ihn finden könnten. Oft sind es Freunde und Bekannte, die ihnen einen Hinweis geben können. Manchmal sind es Institutionen, die Listen von Berater zur Verfügung haben. Gehen sie nicht davon aus, dass es nur einen Weg gibt. Versuchen sie sich umfangreich zu informieren. Sobald sie merken, dass könnte ein Weg, eine Richtung für mich sein, dann sollten sie auch Kontakt mit einem qualifizierten Vertreter dieser Richtung machen.

Den persönlichen Erstkontakt sollten sie immer selber machen. Denken sie dabei daran, dass sie nicht nur der Ratsuchende sind, sondern auch etwas mitbringen und einsetzen. Sie können deshalb von ihrem Begleiter auch etwas erwarten, bestimmte Anforderungen an ihn stellen.

Neben einer für sie einsichtigen und nachprüfbaren Qualifikation, sollte der Begleiter in der Lage sein, ihre persönlichen Stärken zu bestimmen und ihre Schwächen zu erkennen. Sie merken diese Fähigkeiten schon im ersten Kontakt, manchmal schon am Telefon. Sie fühlen sich dann sehr schnell verstanden und erkannt. 

Dann wird es für sie wichtig, festzustellen ob der Begleiter sie darin unterstützt, eigene Lösungen für ihr Problem zu finden oder ob sich ihnen das Gefühl verstärkt, unfähig, minderwertig und auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. In diesem Fall kann der Begleiter sie zwar gut einschätzen, er will aber mehr für sich selber aus Betrachtung profitieren und ist daran interessiert, dass sie möglichst lange von im abhängig sind und bleiben.

Der Begleiter  kann noch so gut und erfahren sein, alle Betrachtungen bringen sie aber nicht Bewegung, wenn sie aus ihren Erfahrungen nicht lernen wollen. Wenn nicht darum geht, dass sie erkennen wie ist, sondern wenn sie immer noch hartnäckig daran festhalten wollen, wie sie es sich wünschen.  Sie merken, dass sie nicht weiter kommen, vielleicht wird es auch in der Betrachtung angesprochen. Wenn sie nicht wachsen wollen, dann sagen sich, der Begleiter taugt nicht. Sie wechseln zum nächsten und bleiben damit notwendigerweise in der Sucht nach dem Nichtalltäglichen. Ohne ihren Mut und Entscheidung für ein Weiterwachsen geht es nicht.


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