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Täter Opfer Interaktion

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 Täter-Opfer Interaktion im Kontakt mit Helfenden

Im Kontakt zwischen Vergewaltigungsopfern und Helfenden finden sich immer wieder Beziehungsformen, die den Eindruck einer Wiederholung der Opfer-Täterdynamik erkennen lassen. Die Wiederholungsphänomene sind nicht unabhängig von der Abwehr der Personen zu sehen.

Helfende fühlen sich leicht der Symptomatik und dem Leid der Frau völlig ausgeliefert, haben ein Gefühl, nichts tun zu können und so als Helfende zu versagen. Häufig weist die Frau die Unterstützungsversuche zurück oder sie erweisen sich für sie als nicht ausreichend. Helfende, besonders Angehörige, fühlen sich dadurch verletzt, zurückgewiesen und überflüssig.

Die betroffene Frau erlebt das Verhalten der Umgebung als nicht stützend. Nicht selten kommt es als Folge zu Hass- und Wutgefühlen. Es besteht der Wunsch, die Kontrolle in Beziehungen zu halten. Der Versuch mündet dann schnell darin, die anderen zu beherrschen und auch zu lenken.

Das Ohnmachtsgefühl der betroffenen Frau findet sich übertragen bei den Helfenden wieder. Diese versuchen, ihrerseits die eigenen Ängste, Scham- und Schuldgefühle durch übermäßig sorgendes Verhalten abzuwehren. Es kann aber auch passieren, dass das Umfeld panisch reagiert und versucht die Verantwortung zu delegieren, die es selbst erlebt. Es kommt zu Überaktivitäten oder auch zu Beziehungsabbrüchen.

Helfende finden sich Konflikten ausgesetzt, die sich in der Regel in der Identifikation mit dem Opfer oder in der Ablehnung der betroffenen Frau niederschlagen können. In ihren Verhaltensweisen, Reaktionen und Funktionen finden sich Angstabwehr und die Abwehr destruktiver Impulse wieder. Es sind Extremformen von Kontrolle und Großzügigkeit, Distanz und Nähe, Überengagement und Desinteresse, Hilflosigkeit und Machtdemonstration, Misstrauen und dem Wunsch alles zu verstehen, zu finden.

Es entsteht der Eindruck, als gehe für Helfende die größte Bedrohung von Gefühlen des Kontrollverlustes, dem nicht kalkulierbaren Emotional-Zwischenmenschlichen, dem Sexuellen im weitesten Sinne, dem Aggressiven und der Sinnlosigkeit, aus.

Täter-Opfer in häuslicher Gewalt

Praxis Dipl.Psychologe Hans Jörgen Wevers  


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