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 Entwicklung von Opfer- und Täterverhalten

Die unterschiedliche Sichtweise beider Begriffe geben uns noch kein Beschreibungsverhalten über die Verbindung von Opfer und Täter. Am Besten scheinen sich hierfür Sichtweisen zu eigenen, die speziell ihren Augenmerk auf Beziehungsanalysen setzen. Die gesellschaftlich belasteten Begriffe lassen mit der Terminologie der Transaktionsanalyse umschreiben. Im weiteren wird bei der Beschreibung der Entstehung sowohl von Opfer- wie auch von Täterstrukturen und deren Dynamik die Terminologie der Transaktionsanalyse ( F. English) verwendet.

Jeder Mensch kommt mit einem angeborenen Überlebensinstinkt und Bedürfnissen nach Sicherheit, Intimität, Liebe, Anerkennung, Zugehörigkeitsgefühl und dem Wunsch nach Kontrolle über sein Leben auf diese Welt. Ein Kind ist auf die Fürsorge der Erwachsenen angewiesen. Genügend Anerkennung und Liebe sind notwendig, um Gefühle von Sicherheit und eine Identität entwickeln zu können. Zwischen dem Kind und der Bezugsperson, zwischen allen Menschen, findet ein Energieaustausch statt, den die Transaktionsanalyse (TA) als zwischenmenschliche Transaktionen bezeichnet. Das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit bezeichnet die TA als Streicheleinheiten oder Strokes.

Neben unserer Muttersprache lernen wir eine Sprache sozialer Interaktionen. Über positive Aufmerksamkeit der anderen stellen wir unseren Wert fest und können ermessen, welche Bedeutung wir für andere haben.

Werden kindliche Gefühle missachtet, lächerlich gemacht, wird die Aufmerksamkeit ignoriert, fehlt eine adäquate Beantwortung, Streicheleinheiten, empfindet das Kind ein Defizit, das es versucht auszugleichen.

Nur wenige Lebensgemeinschaften akzeptieren die ganze, jedem Kind zur Verfügung stehende, natürliche Gefühlsskala. Durch offene Botschaften wie z. B. du sollst nicht lachen, weine nicht, sei nicht so neugierig, oder verdeckte Botschaften wie z. B. das Verziehen des Gesichtes, Themenwechsel, bringen Erwachsene zum Ausdruck, dass die Gefühle des Kindes inakzeptabel sind.

Mit der Haltung der Erwachsenen werden die inakzeptierten Gefühle abgewertet oder mit einem Etikett falsch bzw. nicht o.k. versehen. Zeigt das Kind seine echten Gefühle, werden ihm andere zugeschrieben: weint ein Kind z. B. über den verstorbenen Goldhamster, kann es gesagt bekommen es ist nicht schlimm, wir kaufen einen neuen, weine nicht, du bist sicher müde und brauchst ein wenig Schlaf.

Abwertung und Umetikettierung der Gefühle können dazu führen, dass das Kind sein ursprüngliches Gefühl durch ein anderes ersetzt, weil es so keine Akzeptanz findet. Ein Kind lernt schnell den spontanen Ausdruck eines nicht akzeptierten Gefühls oder einer Haltung zugunsten der von den Eltern anerkannten Gefühle und Haltungen zu unterbinden.

Die geduldeten Gefühle werden zur hauptsächlichen Ausdrucksmöglichkeit, woraus ein gewohnheitsmäßiges Verhalten wird, was auch noch im Erwachsenenalter seine Wirksamkeit hat und nicht mehr auf seine Notwendigkeit überprüft wird.

Die Entwicklung von Ersatzgefühlen findet im Alter von zwei bis drei Jahren statt. In dieser Zeit entwickelt das Kind eine eigene Individualität. Es tritt den Bezugspersonen gegenüber in Opposition, ohne deren Schutz dabei verlieren zu wollen. Es finden offene oder verdeckte Machtkämpfe statt. Am Ende dieser Entwicklungsphase hat das Kind  (F. English) nur zwei möglichen existentiellen Grundeinstellungen. Es wird sich für die Grundeinstellung entscheiden, mit der es seine kindliche Verzweiflung, so nicht angenommen zu werden, am wirkungsvollsten abwehren kann.

  • Die erste Grundeinstellung ist der Weg, sich als Sklave zu unterwerfen. Dafür hat F. English die Bezeichnung Typ1-Mensch geschaffen. Es werden Streicheleinheiten aus der Position des Ich bin nicht o.k. - Du bist o.k. geholt. 
  • Die zweite Grundeinstellung ist der Weg des Tyrann, der immer Wege finden muss andere zu kontrollieren. Typ2-Menschen handeln aus der Position des Ich bin o.k. - Du bist nicht o.k.

Diese Grundeinstellung bestimmt auch im Lebensverlauf den Charakter und die Einstellung zu Machtfragen. Dies findet besonders in sozialen Stresssituationen ihren Ausdruck.

Auch wenn jeder Mensch von einem der Grundmuster besonders geprägt ist, hat sich bei vielen auch eine stabile Grundeinstellung im Bereich Ich bin o.k. - Du bist o.k. entwickelt.

Das Drama-Dreieck Täter/Verfolger- Opfer-Retter in der TA

  Praxis Dipl.Psycholge Hans Jörgen Wevers


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